Kasimir und Karoline

Theaterstück von Ödön von Horváth

FR 31. Januar, 20:00 Uhr
SA 08. & SO 09. Februar, 20:00 Uhr

Eintritt: 12 € / 8 € (ermäßigt)

Regie: Volker Oetzel

mit Verena Gastell, Ayleen Heneka, Lina Zimmer, Arne Bast, Patrick Borchardt, Pascal Greuling und Aaron Hayn

Pressetimme:
»Glaubhaft strahlt Lina Zimmer als Karoline eine mit Naivität gepaarte Lebensfreude aus, die am Ende tiefer Niedergeschlagenheit weicht.
(...) wenn Moritz Hahn am Klavier Lieder wie „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ begleitet, wird die tiefe Ironie, die das Stück grundiert, spürbar.«
Die Rheinpfalz

Deutschland am Ende der Weimarer Republik:
Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Wirtschaft liegt am Boden, die Nazi-Diktatur dämmert herauf. Eigentlich wollten Kasimir und Karoline auf dem Oktoberfest den Alltag für ein paar Stunden vergessen. Und nun das. Gestern hat er seine Stelle als Chauffeur verloren. Widerwillig trottet er mit seiner Verlobten auf die Wiesn. Karoline stürzt sich abgestoßen von Kasimirs Schwermut ins Vergnügen - ohne ihn und mit zahlungskräftigen anderen Männern. Sie realisiert, dass sich die allgemeine Krise und das Private nicht trennen lassen. Wenn einer arbeitslos wird, lässt die Liebe zu ihm nach, „und zwar automatisch“, suggeriert ihr der neue Verehrer Eugen Schürzinger. Also hält Karoline nach Besserem Ausschau. Für ihr kleines Glück und die Hoffnung auf gesellschaftlichen Aufstieg lässt sie ihren Verlobten fallen. Hilflos und wütend schwankt der zwischen seiner Ex, dem kleinkriminellen Merkl Franz und dessen Erna. Denn auch Kasimir will mehr vom Leben, ahnt aber im Gegensatz zu Karoline, dass er das nicht bekommen wird. Karolines Vergnügungsreise mit dem Unternehmer Konrad Rauch wird zur Höllenfahrt. Völlig desillusioniert kehrt sie „mit gebrochenen Flügeln“ von ihrer Spritztour zurück und will mit Kasimir reden. Doch der weist sie ab. Beide bleiben am Ende einsam zurück.

In Horváths berühmtem Volksstück von 1932 prallen ausgelassene Oktoberfestatmosphäre, beißende Sozialkritik und stille melancholische Momente aufeinander. Eingesponnen in eine oft unnatürlich erscheinende Kunstsprache leben die Figuren ihre Sehnsüchte, ihre Einsamkeit und Tragik. Die gesellschaftlich prekäre Situation in früheren Vorstufen des Werkes fiel zwar Horváths „Selbstzensur zum Opfer“, wird aber in dieser Fassung teilweise wieder aufgegriffen.

„Kasimir und Karoline“ ist eine Produktion der Theaterakademie Mannheim