die krankheit wunder
Ein Gedichtzyklus über das Leben mit einer dementen Frau
von Roberta Dapunt

Die Live-Premiere wird auf 2022 verschoben
SA 27. November, 20 Uhr und SO 28. November, 18 Uhr sowie DI 07. & MI 08. Dezember, 19:30 Uhr gibt es das Stück für jeweils zwei Stunden online zu sehen
Link:
https://vimeo.com/650297209


Regie: Rainer Escher

mit Elisabeth Auer und Hedwig Franke

Produktionsleitung und Bühne: Holger Endres

Roberta Dapunt ist eine italienische Lyrikerin.
Sie lebt auf dem alpinen Bauernhof ihrer Schwiegereltern. Dort hat sie ihre an Demenz erkrankte Schwiegermutter Uma gepflegt und betreut.
Daraus entstand der Gedichtzyklus "die krankheit wunder". Mit ihm hat sie die Erfahrung, die sie mit dieser Krankheit machte, verarbeitet. In über 50 Gedichten entsteht so ein Gemälde von den Mühen und Ängsten, den alltäglichen Katastrophen und den seltenen Freuden, die einem bei der Pflege begegnen.

Im Zentrum der Gedichte steht die Krankheit von Uma: die große Tragödie des Verschwindens oder Verdämmerns eines Menschen und der Schmerz der Angehörigen, die diesem Verschwinden zusehen und begleiten; die Gedanken, die Ängste, die bei der pflegenden Person entstehen. Das Leben und die Gedanken Umas scheinen nur noch im Denken der Pflegerin auf und sind eher "abgeleitet" als echtes Wissen. Denn Uma schweigt – zuerst war ihre Sprache noch verständlich, aber immer mehr kam ihr das Sprechen abhanden, bis nur noch ein Trümmerfeld vorhanden war und schließlich das Schweigen. Die beiden Leben verschmelzen zu einem einzigen, unentwirrbaren Gesang.
Die Gedichte handeln von der innigen Beziehung dieser zwei Frauen. In die Stille schieben sich die Aussagen der Lyrikerin, die durch die "Vollkommenheit" der Kranken ihr eigenes Schaffen in Frage gestellt sieht.

Dapunt erschafft mit ihrer manchmal fragmentarischen Sprechweise eindringliche Bilder dafür, was es bedeutet dement zu werden und was es mit dem macht, der für den Kranken verantwortlich ist.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Mannheim